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Theater

Die Welt ist groß und Rettung lauert überall - die Kritik

trojanow-schauspielhausIm Schauspielhaus Wien hat Daniela Kranz ein Kondensat von Ilija Trojanows Grenzüberspringendem Schelmenroman "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" auf die Bühne gebracht. Nach einem zähen Drittel werden die Charaktere langsam greifbar und es kommt doch noch Schwung in die Geschichte.

Thomas Bernhard und das Theater

thomas-bernhard-cbvEin alter Meister als Theatermacher, naturgemäß. "Österreich selbst ist nichts als eine Bühne: Thomas Bernhard und das Theater" ist das Begleitbuch zur Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum, herausgegeben von Manfred Mittermayer und Martin Huber.

Felix Mitterer - Der Patriot

mittererf.jpgFelix Mitterer hat sich die Verhörprotokolle und das psychiatrische Gutachten im Falle des Briefbombers Franz Fuchs hergenommen und daraus einen theatralen Monolog geschaffen, der sowohl erhellend als auch beklemmend in die brutalen Abgründe eines "normalen, intelligenten" Menschen blicken lässt.

Anarchie im Kinderzimmer: Matilda! - die Kritik

matilda-dschungelRegisseurin Corinne Eckenstein hat gemeinsam mit den Darstellern aus ihren Erfahrungen als Mutter von zwei Kindern und Anekdoten aus ihrer eigenen Kindheit mit "Matilda!" ein humorvolles Stück über Anarchie im Kinderzimmer entwickelt.

Ein Weihnachtsgeschenk von O. Henry: Drei Taler Märchen - die Kritik

drei-taler-maerchenEin antikapitalistisches Weihnachtsmärchen für Kinder ab 4 - das klingt nach belehrendem Tonfall inmitten romantisch verklärter Schneeflocken - aber nichts von dem ist dem schönen "Drei Taler Märchen" als Musical anzumerken. Im Gegenteil, rasantes Spiel, schmissige Lieder, und das alles in einer Atmosphäre des kindlich begeisterten Brodelns im Publikum.

Was das Volk mit seinem Geld macht: The path of money - die Kritik

path-of-moneyEinen Monat lang sind der Choreograf Daniel Aschwanden und der Dramaturg Peter Stamer den Weg des Geldes quer durch China gefahren. Die beiden Künstler brachten einen 10-Yuan-Schein (umgerechnet ein Euro) in Umlauf und beobachteten seinen Weg. Unter dem gefährlichen Attribut "Performance" versetzten sie das Publikum im Tanzquartier Wien (TQW) für 90 Minuten in einen ungewöhnlichen, beeindruckenden Reisebericht für alle Sinne.

Ausschweifung + Protest am Burgtheater: Lorenzaccio - die Kritik

lorenzaccio-burgtheaterWir schreiben das Jahr 1537 und befinden uns in Florenz: Es regiert der Herzog Alessandro de Medici, der sich mehr für seinen ausschweifenden Lebensstil interessiert, als die Politik. Statt zu murren, gleichgültige Beteiligung der Bevölkerung. Die Stadt versinkt im Chaos. Wir schreiben das Jahr 2009 und befinden uns in Wien: Es regiert der Wissenschaftsminister Johannes Hahn, der sich weder für Ausschweifung noch für Politik interessiert. Die Studenten protestieren auch im Burgtheater. Für manchen Bürger eine unbequeme Störung des Betriebs.

The Freedom Theatre: Fragments of Palestine - die Kritik

freedom-theatre-2009Neun Jugendliche vom Freedom Theatre Jenin gastierten im Dschungel Wien im Rahmen des Festivals Salam Orient 2009 und brachten durch eine Tanz-Perfomance Geschichten aus ihrem Leben auf die Bühne. Im Anschluss daran wurde zu einer Diskussion zum Thema "Jugend in Krisenregionen" gebeten.

Kleiner Mann - was nun? - die Premierenkritik

fallada01Realistischer Darstellungswillen mit minutiösen Schilderungen des Alltags der Familie Pinneberg zeichnet den Roman von Hans Fallada aus. Ein Stück Literaturgeschichte und zugleich ein Psychogramm, das nun wieder einmal auf die Theaterbühne gebracht wird.

Das Argonautenepos remodelled: ARGOcalypse now - die Premierenkritik

argocalypse04Da haben sich die Frauen- und Herrenschaften vom Schauspielhaus Wien zum Gaudium des Publikums wieder allerhand einfallen lassen. Regisseur Simon Solberg nahm nämlich einige wenige Ingredienzen vom epischen Opus "Argonautika" von Apollonios Rhodios und machte daraus eine (für das Publikum vergnügliche) Reise zum Goldenen Vlies.

Kassandravisionen von Kathrin Röggla: worst case - die Premierenkritik

worst-case01Kathrin Rögglas Sprachgewalt lässt Dramaturgenherzen schneller schlagen. Der Katastrophenjargon in Konjunktiv und indirekter Rede kalkuliert des Zuschauers Verwirrung mit ein. Wenn das Abgleiten der Aufmerksamkeit in die Resignation droht, setzt der Regisseur Lukas Bangerter im Schauspielhaus Wien auf Bürogymnastik, Kaffeeautomatenballett oder Cha-Cha-Cha-Einlagen zur Auflockerung.

Wenn wir wollen, sind wir Helden: Über Morgen - die Kritik

uebermorgen01"Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!", ruft ein Kind nach der Vorstellung von "Über Morgen" im Dschungel Wien den Schauspielern zu. Und genau das ist es, was das junge und erwachsene Publikum sich wünscht, die Geschichte noch einmal erzählt zu bekommen. Und noch einmal. Und noch einmal.

Wenn ein Mann durchdreht: Liebesgeschichte - die Kritik

franzobel-liebesgeschichteIm Salon 5 kennt man sich mittlerweile mit dramatisierter Prosa aus. Sowohl Kehlmanns "Ich und Kaminski" als auch Joey Goebels "Vincent" haben dort schon Premiere gefeiert. Jetzt kam mit "Liebesgeschichte" von Franzobel - im Rahmen des Festivals "ZORN!" - ein weiterer Geniestreich hinzu.

Interaktives Stationentheater: Everything Falls Apart - die Kritik

sbw-everything01"Nicht jedes Kind hat ein heiles Familienleben, [...] nicht jeder der seinen Wohnort verlässt, findet an einem neuen Ort einen schützenden Hafen an dem er sich zu Hause fühlen darf." Das sind die einleitenden Worte der Broschüre zum Szene Bunte Wähne Theaterfestival 2009 in Horn. Und in der Tat, treffender hätte man es für die internationale Produktion "Everything Falls Apart" nicht ausdrücken können.

Als sei nichts gewesen: Töten - die Kritik

daniel-kehlmann-toeten01Tödliche Langeweile überkommt einen 14-jährigen Jungen in den Sommerferien. Die drückende Hitze, die absolute Monotonie und dann ein Lebensverändernder Ausbruch. Was sich, von Daniel Kehlmann zu Papier gebracht, ganz spannend anhört, erfuhr eine eher enttäuschende Umsetzung.

Der Traum von Vatermord: Mann ohne Beil - die Kritik

mann-ohne-beil00Ein groteskes Kammerspiel mit Hang zum zornigen Sensorium verabreichte Hörspielspezialist Matthias Wittekindt dem Theaterfestival "ZORN! Dramatisches Erzählen Heute" mit seinem ebendort uraufgeführten Stück "Mann ohne Beil".

Große Dramen dauern das ganze Leben: Georgia - die Kritik

georgia01Die georgische Dramatikerin Nino Haratischwili steuerte für das feine Theaterfestival "ZORN!" die dramatische Erzählung "Georgia" bei, die in der Neuen Studiobühne im Max Reinhardt Seminar zur Österreichischen Erstaufführung gelangte. Ein Stück über Ignoranz, Leere, Trauer, Schmerz und Wut.

Beziehungsstück für 3-jährige: Moi seul - Ich allein - die Kritik

sbw-moi-seulSo poetisch der Titel, so nüchtern die Aufführung. Virtuos wird die Technik bemüht, virtuos auch die Performance der Schauspieler. Allein es bleibt ein schaler Nachgeschmack. "Moi Seul - Ich allein" von Compagnie ACTA unter Regisseur Laurent Dupont und Fotografien von Agnés Desfosses ist als Kindertheater ab 3 konzipiert.

Teddys Reisen: Ein Kuscheltier-Event - die Kritik

teddys-reisen01Unter der Regie von Yvonne Zahn zeigt das Szene Bunte Wähne Theaterfestival mit dem Reality-Stück "Teddys Reisen" ein spezielles Kuscheltier-Event in 2 Teilen. Anne Aschenbrenner sah die Aufführung am 26. September 2009 im Vereinshaus Horn.

Euripides beim Zorn Festival: Bakchen - die Kritik

zorn-bakchen01Allein schon um einmal in der Studiobühne im Max Reinhardt Seminar zu sitzen, hat es sich gelohnt eine Produktion des Zorn Festivals zu besuchen. Beeindruckt ist man dann, wenn die Darsteller unter der Regie von Steffen Jäger in Euripides' "Bakchen" ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen.

Radio Muezzin von Rimini Protokoll - Die Kritik

radiomuezzin_silveri01Vier Muezzine und ein Elektriker aus Kairo präsentieren in "Radio Muezzin" von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) ein Bild des Alltags in der ägyptischen Hauptstadt. Sie sagen immer die Wahrheit und schweigen über den Rest. Trotz Zurückhaltung und Kompromissen bekommen wir  einen Einblick in eine andere Kultur mit dem Selbstverständnis des täglichen Lebens ohne repräsentativen Firlefanz. Zu sehen beim Steirischen Herbst im arabischen Original mit deutschen und englischen Übertiteln.

Peace Please! Ein Bertha von Suttner Journal - die Kritik

bertha-von-suttner01Das Portraittheater bringt in ihrer dritten Produktion erneut eine enorm wichtige historische Persönlichkeit auf die Bühne - nach Hannah Arendt (2006) und Simone de Beauvoir (2008) wird in "Peace Please!" an die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner erinnert.

Dramatisches Erzählen Heute: Interview mit Anna Maria Krassnigg

Ein ganz ausgefallenes Abendessen nach Pessoa: Interview mit Alex. Riener und Eva Waibel

Don Camillo und Peppone: Interview mit Regisseur Ioan Toma

don-camillo-pepponeMit "Don Camillo und Peppone" eröffnete das Wald4tler Hoftheater die Saison 2009 und führt das Stück erneut ab 20. August auf. Die Regie führt Ioan Toma, er gilt als einer der interessantesten Regisseure des deutschen Sprachraums.

Schwarzes Tier Traurigkeit - Die Kritik

schwarzes-tierEin konstruiertes Theaterstück von Anja Hilling, entstanden unter Laborbedingungen. In "Schwarzes Tier Traurigkeit" werden Menschen in der Natur ausgesetzt, die Katastrophe hinzugesetzt, die Folgen beobachtet. Ein sprachliches Experiment vor den Augen des Zuschauers: Sechs Leute gehen in den Wald und grillen ein Baby.

Weil es so im Textbuch steht: Othello - Die Kritik

othello_festwochen"Gehen wir Oscar-Preisträger schauen" wäre der richtige Titel für die letzte große Festwochenproduktion. Zugegeben, das war auch meine Motivation. Der Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffmann dominiert als erklärter Schurke Jago fast das ganze Stück. Er tut es mehr mit stimmlicher Kraft, denn mit subtiler Stärke, körperlich reduziert auf das Allernotwendigste. Für Begeisterung reicht es nicht, Enttäuschung ist es aber auch keine. Die zentrale Frage dieser lähmenden Aufführung, warum Othello auf Jagos Täuschung aus reiner Rhetorik hereinfällt, bleibt ungelöst.

Alles muss raus! - Theater zum Schnäppchenpreis

allesmussraus_logoUm die Stadtbewohner nach den Festwochen und kurz vor Saisonende noch einmal aus den Schanigärten in die dunklen Theater zu locken, haben sich Brut, Dschungel Wien und Schauspielhaus etwas Besonderes einfallen lassen. Unter dem Titel "Alles muss raus!" bieten sie einen Rückblick über die vergangene Saison zum Schnäppchenpreis. 4,99 € pro Stück für jedermann.

Orfeus von Brett Bailey und Third World Bunfight - die Kritik

orfeusEine Outdoor-Performance muss nicht zwangsläufig ein schwatzhafter Spaziergang für Theater affines Volk mit beiläufigem kulturellem Inhalt sein. Der südafrikanische Theatermacher Brett Bailey verwebt den Orfeus-Mythos mit traditionellen, afrikanischen Ritualen und politischen Themen.

Çirkin Insan Yavrusu: Hässliches Menschlein - die Kritik

haessliches_menschleinAus der Türkei werden selten Stücke nach Wien eingeladen. Was an der sprachlichen Barriere liegen kann. Bei dem Sprechtempo sind die Übertitel nur ein Kompromiss. Doch wird auch hier eindrucksvoll gespielt. Szenisch unaufwendig, wie meist bei den kleinen Produktionen des forum festwochen, erzählen in "Hässliches Menschlein (Çirkin İnsan Yavrusu)" drei junge Frauen aus Istanbul aus ihrem Leben.