Rezension
Head Over High Heels vs I Smell A Rat
Das feine Münchner Label Trikont, bekannt für seine exzellent zusammengestellten Compilations, hat wieder zugeschlagen. "I Smell A Rat" würdigt die Wurzeln des Rock'n'Roll, während sich "Head Over High Heels" Sängerinnen und Hollywood-Legenden widmet.
Dendemann: Vom Vintage Verweht
Lange hat er seine Fangemeinde warten lassen. Vier Jahre nach Erscheinen des letzten Dendemann-Albums "Die Pfütze des Eisbergs" wird nun endlich mit hervorragenden Tracks für Ohren, Herz und Hirn auf der neuen Platte "Vom Vintage Verweht" nachgelegt.
Max Herre: Ein Geschenkter Tag
Gut Ding braucht Weile - so auch das neue Album vom ehemaligen FK-Allstar. Ganz nach dem Motto des Titelsongs, "Irgendwann / Kommt's zusammen / Irgendwann, Irgendwann / Und bis dann Komm, wir fangen mal an", arbeitete Max Herre fünf Jahre an diesem guten Ding bis es fertiggestellt war. Doch es hat sich ausgezahlt. "Ein Geschenkter Tag" ist das, was wir nach langem Warten bekommen.
Barbara Schöneberger: Nochmal, nur anders
"Jetzt singt sie auch noch" heißt Barbara Schönebergers erstes Album. Das spricht für Selbstironie und Ehrlichkeit. Ehrlich ist auch der Titel der zweiten Publikation: "Nochmal, nur anders".
Eels: End Times
Die amerikanische Rockband Eels begeistert einmal mehr mit schmerzgeladener Lyrik, melancholischen Gitarrenklängen, sowie der unverkennbar rauen, aber gefühlvollen Stimme von Frontman 'E'. Mit "End Times" bescheren uns die Eels ein weiteres wundervoll inszeniertes Themen-Album, das sich rund um Ende und Abschied dreht.
Sarah Blasko: As Days Follows Night
Die Sängerin aus Sydney, in Ihrer Heimat als großer Star gefeiert, in Europa noch unbekannt, veröffentlicht Ende April 2010 ihr neues Album "As Days Follows Night". Gleichzeitig startet auch Ihre Europa-Tournee.
Ray Davies: The Kinks Choral Collection
The Kinks sind eine Band aus einer Zeit, als man keine polierte Stimme und super Aussehen brauchte um ein Publikum zu finden, sondern "lediglich" musikalische Kreativität, Melodien und - siehe Beatles - vielleicht einen Bekannten mit einem Schlagzeug. Sie stammen aus der "Gründerzeit der Popmusik". Deswegen werden ihre Songs sie sicher überleben.
Minus IQ: Home Cinema
Das Debüt-Album einer Band aus England, die direkt aus dem Post-Punk der frühen 1980er Jahre entsprungen hätte sein können. Dunkler Sound mit virilem Pop-Anspruch und Geschichten von der anderen Seite der Stadt.
Suzanne Vega: Mit einem Koffer voller understated Highlights und Lovesongs auf Europatour
Suzanne Vega hat etwas von einer irischen Marlene Dietrich. "Marlena on the Wall" war nicht umsonst eine Hommage an die feminine, doch erotische unabhängige Chanteuse. Zeitlosigkeit ist ein wichtiges Wort, um die immer noch in ihrer Geburtsstadt New York lebende Songstress und Dichterin zu beschreiben. Auf Twitter schrieb sie kürzlich, sie habe sich die Stöckelschuhe nach ihrem Auftritt gerne ausgezogen. Ein Bericht von US-Korrespondentin Denise Riedlinger (New York).
Solveig Slettahjell Slow Motion Orchestra: Tarpan Seasons
Mit ihrem Slow Motion Orchestra sorgt die norwegische Sängerin Solveig Slettahjell bereits seit einem guten Jahrzehnt für Aufsehen, der internationale Durchbruch gelang ihr 2004 mit "Silver", und nach "Domestic Songs" (2007) veröffentlicht sie nun mit "Tarpan Seasons" 12 neue Lieder.
Johnny Cash: American VI - Ain't No Grave
Was kommt nach einem Album, auf dessen Cover ein Sticker mit der Aufschrift "The Final Recordings" prangte? Richtig. Die allerletzten Aufnahmen. "American VI: Ain't No Grave" von Johnny Cash ist das zweite postume Album aus dieser Reihe und angeblich wird kein weiteres mehr folgen. Das Cover ziert den Sänger im Kindesalter, im Booklet sieht man seine knorrige Hand. Ganz und gar nicht knorrig hingegen, was man zu hören bekommt. Der letzte Baustein von Cash ist zugleich ein weiteres Meisterwerk.
James Brown: Live at the Garden
James Brown, der Soulbrother No. 1 ist auf diesem wieder veröffentlichten Live-Album "at the Garden" mit vor purer Dynamik strotzenden Songs zu hören. 1967 erstmals (stark verkürzt) veröffentlicht liegt nun endlich eine "Expanded Edition" vor.
MEENA Try Me
Na bitte, es geht doch. Es muss nicht immer nachgeahmt werden, es darf auch mal eine individuelle Handschrift haben. Der Lohn: die österreichische Bluessängerin Meena Cryle schaffte es mit exzellenten Liedern und wuchtiger Stimme einen mehrjährigen drei Alben umfassenden internationalen Deal beim prominenten Label Ruf Records zu erhalten. "Try Me" heißt das erste Album und wir sagen gleich vorweg: Yes, buy it!
Smokey Robinson: Time Flies When You're Having Fun
Ein ganz großes Soul-Album ohne peinliche Zugeständnisse an den Zeitgeist legt Smokey Robinson mit "Time Flies When You're Having Fun" vor.
Ringo Starr: Y Not
Einer der besten und einflussreichsten Rock-Schlagzeuger - Ex-Beatle Ringo Starr - legt mit "Y Not" sein nunmehr 15. Studioalbum vor und agiert dabei auch erstmals als Produzent.
Blind Idiot Gods: Animalation
Hinter dem Bandnamen stecken die österreichischen Musiker Martin Philadelphy und Stephan Sperlich. Auf "Animalation" gibt es skurrile Songs über Ratten, Fische, Vögel, den gestiefelten Kater und Kalif Storch in deutscher und englischer Sprache zu hören.
Dirk Darmstaedter: Dirk sings Dylan
Was in den 1960er Jahren begann, nämlich ein Album mit dem Titel "...sings Bob Dylan" zu veröffentlichen, kam bis heute nicht wirklich aus der Mode. Nur ganz wenige, wie z.B. Jimi Hendrix, schafften es, das Dylan-Original auf ein neues Level zu bringen, viele scheiterten bei diesem Unterfangen auf hohem Niveau, die meisten scheinen hingegen vor Ehrfurcht die Eigenständigkeit bei der Studiotür abgegeben zu haben. So auch Dirk Darmstaedter.
Martin Pyrker: Boogie Woogie Storm
Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt sich der Pianist auf hohem Level mit Blues und Boogie, und auch sein "Boogie Woogie Storm" mit dem Untertitel "Martin Pyrker plays Chamber Blues" lässt für Fans dieser Musikrichtung keine Wünsche offen.
Ryuichi Sakamoto: Playing the Piano
Mit dem Yellow Magic Orchestra schrieb der Japaner Ryuichi Sakamoto erstmals Musikgeschichte im avantgardistischen Elektro-Pop-Bereich. Einen Oscar erhielt er für die Filmmusik zu "Der letzte Kaiser", und sogar als Schauspieler konnte er überzeugen. Nun folgt sein bisher wohl intimstes Werk.
Chris Botti: In Boston
Der amerikanische Jazz Trompeter Chris Botti liefert mit "In Boston" ein weitestgehend gefälliges und sich stets am Rande der Kitschgrenze befindendes Album ab. Unterstützt wurde er dabei von einer Heerschar an prominenten Musikerkollegen.
Rickie Lee Jones: Balm in Gilead
Sie ist die Duchess of Coolsville, Poetin, ausdrucksstarke Stimme und große Melodienerfinderin: Rickie Lee Jones. Mit "Balm in Gilead" veröffentlicht sie ein weiteres kolossales Album, das mit intensiven Texten und musikalischen Feinheiten überzeugt.
Sonny Rollins with Thelonious Monk / Kenny Dorham: Moving Out
Alleine die Besetzung lässt ahnen, dass auf dem Album "Moving Out" exzellenter Jazz zelebriert wird. Die Ahnung trügt nicht: Die Umsetzung der fünf Kompositionen, vier von Sonny Rollins, markieren einen der vielen Meilensteine in der Karriere des Saxofon-Giganten.
Thelonious Monk Quintet - Monk
Im Rahmen der Rudy Van Gelder Remasters erfährt das Album "Monk" von eben diesem eingespielt mit u. a. Art Blakey und Sonny Rollins klanglich eine neue Politur.
The Red Garland Quintet with John Coltrane - Dig It!
Dieses jazzhistorisch bedeutende Quintett von 1957 spielte vier Alben ein, "All Morning Long", "Soul Junction", "High Pressure" und "Dig It!". Letzt genanntes ist nun in der Rudy Van Gelder Remasters Serie auf CD erhältlich.
Dizzy Gillespie - Dizzy on the French Riviera
Das vorliegende Live-Konzert vom Third International Festival of Jazz D'Antibes, Juan-les-Pins aus dem Jahr 1962 markiert einen der unzähligen Festival-Triumphe von Dizzy im musikalischen Verbund mit Lalo Schifrin und Leo Wright, das es nun im Rahmen der Verve Originals Serie wieder zu entdecken gilt.
Art Blakey and the Jazz Messengers - Soul Finger
Alben wie dieses werfen durchaus die Frage auf ob Qualität nach oben hin begrenzt ist und lassen zudem keinen Zweifel aufkommen, dass Abdullah Ibn Buhaina alias Art Blakey und seine Jazz Messengers zu den genialsten Jazz-Bands aller Zeiten gehörte.
Johnny Hodges and his Orchestra - Used to be Duke
Von 1928 bis zu seinem Tod 1970 war der Alt-Saxofonist John Cornelius Hodges als Musiker beim Duke Ellington Orchester tätig; ausgenommen einer Unterbrechung zwischen 1951 und 1955 - in dieser Zeit entstand u. a. auch "Used to be Duke". Hier ist er ohne Ellington, dafür aber mit John Coltrane zu hören.
Terry Gibbs and his Big Band - Swing is here!
Im Jahr 1960 veröffentlichte der Vibraphonist Terry Gibbs und seine Big Band das kongeniale Album "Swing is Here!", das in der Verve-Serie Originals zu neuen Ehren gelangt.
Diverse Interpreten - Soul Kitchen (Soundtrack)
Der Soundtrack zum Kinofilm "Soul Kitchen" von Fatih Akin liefert
eine interessante wie kuriose Mischung aus Funk, Soul, Jazz, Dub, bis hin zu Schlager mit Hamburger Wurzeln.

