Rezension
Edgar Knecht: Good Morning Lilofee
Mit Finesse und einem musikalischen Spaß durchpflügt Edgar Knecht das deutsche Volkslied und verpasst eben diesem eine Frischzellenkur aus Jazz und Weltmusik.
Trombone Shorty: Backatown
"Shorty ist ein Genie. Er spielt sich den Arsch ab und ist ein wunderbarer Mensch". So urteilt kurz und bündig Funk-Rock-Superstar Lenny Kravitz über den Posaunisten Troy Andrews, der sich schon als Knirps den Spitznamen 'Trombone Shorty' erwarb. Mit "Backatown" legt der Allroundmusiker ein veritables Album vor.
Paula Morelenbaum: Telecoteco
Mit ihrem Solo-Album "Telecoteco" hat sich Paula Morelenbaum auf die Suche nach den musikalischen Wurzeln der Bossa Nova begeben und interpretiert Songs und Ohrwürmer voll geschmeidiger Eleganz.
Zelia Fonseca: Impar
Die in Deutschland lebende brasilianische Sängerin und Gitarristin Zelia Fonseca veröffentlicht mit "Impar" ein betörendes wie berührendes Album.
Trio Lepschi: mit links
Das neue Wienerlied verschlägt es nun "mit links" in ein musik-literarisches Glanzmodell, umgesetzt von den drei Herren Stefan Slupetzky, Martin Zrost und Tomas Slupetzky. Einem vergnügten Abend steht damit nichts im Weg.
K.C. McKanzie: DryLand
Ein schlicht als sensationell zu bezeichnendes Album liefert K.C. McKanzie mit dem von Americana, Bluegrass und auch britischem Folk beseelten Album "DryLand" ab.
Mavis Staples: You Are Not Alone
Ein neues Album von Mavis Staples ist meistens auch ein politisches Statement. Auf "You Are Not Alone" dominiert allerdings das Hoffnungsprinzip der Gospel-Musik, frisch aufbereitet von Wilco-Sänger Jeff Tweedy.
Moon Airport Mystery: The Reality Field Is A Fantasy Shield
Mit einem sehr speziellen Debüt-Album lässt die österreichische Band Moon Airport Mystery aufhorchen. Realität und Fantasie verschwimmen in deren New Space Rock Music gehörig und tauchen in einen Fantasie-Freiraum ein, den es sich lohnt zu entdecken.
Die Anarchistische Abendunterhaltung: The Shepherd's Dream
Ein schmucker Holzkasten dient dem Album "The Shepherd's Dream" als Aufmachung. Gut so, denn je weniger Plastik desto besser. Und auch musikalisch ist Die Anarchistische Abendunterhaltung (DAAU) weit weg von Plastikgeschmack.
Naked As The Jaybirds vs Hiding Place
Die Sixties-Band aus Wien gibt mit "Naked as the Jaybirds" nach längerer Zeit wieder mal ein kräftiges Lebenszeichen von sich, zudem veröffentlicht Jaybirds-Sänger und Gitarrist Norb Payr mit "Hiding Place" ein entspanntes Folk-Country-Rock-Album.
Andre Müller: aNDREmu
Der in der Schweiz geborene Musiker lebt seit 1997 in Wien und spielt ein ungewöhnliches Instrument: den Chapman-Stick. "aNDREmu" beeindruckt mit großformatigen Ambient-Klangbildern mit Gesang und instrumentalen Solostücken.
Iris T.: Mach mich tanzen
Vergnüglich und intelligent, auch so kann Pop made in Austria anno 2010 klingen. Iris T. macht es vor, verknüpft Jazz der Frühzeit und Chanson mit deutschen Texten und macht uns tanzen.
Leonard Cohen: Songs from the Road
Die Managerin ist mit seinem Geld durchgebrannt und somit beschert uns eine leer geräumte Cohen-Kassa den Live CD-DVD Doppelpack "Songs from the Road".
Nenad Vasilic: Just Fly
Des Bassisten Nenad Vasilic World-Jazz mit allerlei kosmopolitischen Bezugspunkten entsteht in Wien, und sorgt, zumindest in der Jazz-Szene, für erhebliches Aufsehen. "Just Fly" wird daran nichts ändern. Im Gegenteil.
Herb Berger: The Bitter End
Saxofonist Herb Berger entdeckt ein neues Arbeitsinstrument, die chromatische Mundharmonika, und verzaubert mit zart-bittren Kompositionen.
Denk: Tua weida
10 Jahre Denk muss gefeiert und gleichzeitig das Motto für die nächste Dekade ausgegeben werden: "Tua weida."
Georg Breinschmid: Brein's World
Woran mag wohl Georg Breinschmid denken, wenn er seinen Kontrabass schlägt? Eine ausführliche Antwort auf diese Frage bringt das Doppel-Album "Brein's World", sowie die Erkenntnis, dass World, Jazz, Pop, Wienerlied, Soul und Klassik sehr wohl unter einen Hut passt.
Minisex: Maximum Minisex
Der Bandname sorgt im Internetzeitalter, vor allem bei E-Mail-Aussendungen, für obskure Warnhinweise. 1979 gegründet, gelang den Minimalisten rund um Rudi Nemeczek ein paar veritable Hits, allen voran "Rudi gib acht" im Jahr 1984.
Tanzmusik für Fortgeschrittene und WienMusik für Genießer
Lange hat man warten müssen, dass die, meistens sehr vitale, Musikszene in Wien eine Art Übersicht erhält. Und jetzt gibt es gleich zwei davon: eine 4-CD-starke Kompilation mit Musik aus Wien mit internationalem Hintergrund und eine CD mit quasi hiesigem Hintergrund.
Simone Kopmajer: Didn't You Say
Erfrischend und unheimlich gut. So kann man in aller Kürze das Album "Didn't You Say" von Jazz-Sängerin Simone Kopmajer beschreiben.
Julia A. Noack: 69.9
Bereits mit ihrem zweiten Album gelingt der Sängerin, Gitarristin und Komponistin Julia A. Noack eine unverwechselbare Handschrift. "69.9" beherbergt 12 Songs, ist aber beileibe keine Dutzendware. Im Gegenteil.
Dr. John and the Lower 911: Tribal
Einmal mehr lässt "The Night Tripper" Mac Rebennack aka Dr. John mit seinem satten Swamp-Funk-Gebräu aufhorchen und legt mit "Tribal" ein versponnenes Werk vor, oder: unverfälschter Voodoo-Zauber vom Feinsten.
Willi Resetarits & Stubnblues: 16 Liada fia olle und 3 Gedichta fia d Moni
Eine gelungene Momentaufnahme, die sehr gut die Entwicklung der Band aufzeigt, veröffentlicht Willi Resetarits und sein Stubnblues mit dem vorliegenden Live-Album "16 Liada fia olle und 3 Gedichta fia d Moni".
Herr von Grau: Revue
Das Hip-Hop-Duo "Herr von Grau" aus Berlin, dessen Produktivität seines Gleichen sucht, ist in Österreich wahrscheinlich kaum jemandem bekannt, doch das sollte sich schleunigst ändern, denn HvG hat nämlich einiges auf dem Kasten. Bestens nachzuhören auf dem Album "Revue".
Iriepathie: Runde 3
Schlagfertige Texte und ausdauernde Riddims gepaart mit einem Hauch jamaikanischer Sonnenstrahlen und einer Prise Hoffnung ergeben einen Boxkampf der Sonderklasse: "Meine Damen und Herren: Runde 3!" - so beginnt das 3. und neue Album der österreichischen Reggae-Brüder Professa und Syrix von Iriepathie.
Violetta Parisini: Giving You My Heart To Mend
Das erste Album von Violetta Parisini - "Giving You My Heart To Mend" (VÖ: 28. Mai 2010) - zwingt Liebhaber von unkonventioneller Popmusik in Kombination mit einer emotionsgeladenen Frauenstimme und diversen Einflüssen aus Rock, Soul, Elektronik und verträumten Balladen in die Knie und stellt potenzielle Suchtgefahr für ebensolche dar.
Katie Melua: The House
Das vierte Album von Katie Melua läutet eine neue musikalische Ära innerhalb ihres Oeuvres ein. Anstelle von Mike Batt nahm William Orbit den Platz als Produzent auf "The House" ein und auch im Songwriting-Team gab es massive Änderungen.
Dirtmusic: BKO vs Tamikrest: ADAGH
"All Tomorrow's Parties" mitten aus der Wüste: Zwei Alben, die Ihren Ursprung in der Wüste zwischen Algerien und Mali haben liegen mit "BKO" von Dirtmusic und "ADAGH" von Tamikrest vor.
Joan Armatrading: This Charming Life
Es ist irgendwie ein eigenartiges Gefühl bereits im Frühling eine Ahnung davon zu haben was das Album des Jahres 2010 sein wird. "This Charming Life" von Joan Armatrading bietet allerdings keine Alternative andere Gedanken zuzulassen.
Max Raabe: Übers Meer
Man würde nicht lügen, wenn man - noch vor Veröffentlichung und erstem Hören - behauptete, bei der Produktion "Übers Meer" von Max Raabe handele es sich um ein Hitalbum. Es reicht ein Blick auf die Titelliste.
